Der Gemeine Katzenpanda

Samstag

Nummer 448



Pat Garrett jagt Billy the Kid

Ein wunderbarer, melancholischer Film, der den Abgesang einer Ära in sehenswerte Bilder gießt, und, in der englischen OV, mit wunderbarem Lokalkolorit aufwartet. Da jede Ära ihren Abgesang feiert, also zurzeit die 1990er-Jahre, und in 10, 15 Jahren dann eben die Globalisierung, mit ihren kulturspezifischen Ausformungen, ist dieser Film zeitlos aktuell. Die meisten der vielen Männer, die in diesem Film sterben, sind Männer Mitte 40 bis Mitte 50, in den 1880er-Jahren, in denen der Film spielt, eben schon "Old Men". Die Cowboys der Wilden 1860er-Jahre werden älter, und die meisten wollen nach all den Aufregungen nur noch ihr eigenes Häuschen, um ihre Kartoffeln und Ziegen zu züchten. Aber die wirklich Mächtigen, damals wie heute eben die BESITZER der Eisenbahnen und Latifundien und die Politiker- die Obrigkeit eben, die wollen das nicht, zumal Billy immer noch ein schlimmes Kind ist. Sogar die älter gewordenen Cowboys wissen das. Aber es hilft alles nichts.
Pat Garrett wechselt die Fronten, wofür, fragt er sich nicht, der Zuseher aber immer öfter, denn alle alten Kumpel und Freunde und Nutten und Barkeeper verzeihen ihm den Verrat nicht. Das ist Pat Garrett egal, und er knallt seine alten Freunde reihenweise ab wie räudige Hunde, er zeigt dabei sogar sadistische Züge, die der Zuseher James Coburns "grausamer-Mongolenkrieger"-Zügen durchaus abnimmt. Die Gangster sehen aus wie verkiffte Hippies in Australien, und sie sind allgemein cooler als die "Bullen" in ihren steifleinenen, schwarzen Bratenröcken und gewienerten Stiefeletten. Am Ende aber sind jede Menge Hippies tot, ihre mexikanischen Gefährtinnen vergewaltigt, verwitwet und vertrieben, ihre schmucken, vom Munde abgesparten Hobbit-Häuschen stehen still und leer...Pat Garretts unrühmliches Ende ganz am Anfang des Films, im Gegenschnitt mit Zielübungen     -böse Buben bumsen besser- inklusive Kris Kristofferson, der den Film über den Cowboy-Jim- Morrison mimt: Strahlend, sympathisch, bei den Ladies beliebt und pausenlos stoned- wirkt am Ende des Films schlüssig. Lustige Nebenrolle: Bob Dylan als dünner, belesener Messer-Werf-Artist mit John Lennon-Brille und babyblauen Unschuldsaugen. Seine Filmmusik ist klassischer Bob-Dylan-Folk, mit Gitarre, Mundharmonika und dem Mund voll Sand. Eine dicke Empfehlung von mir für diesen Film.

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