EIN KRUMMES DING
In memoriam John Peel
Wenn das berühmte Nichts nichtet, dann muss auch das unbekannte Ding dingen.
Ding dang.
Denn die dürfen das.
Wenn wir was wüssten.
Wind fang!
Sing Sand.
Ring rankt.
Von sich aus besonders aggressiv.
Süßer die Pforten nie klebten.
Wau, wau!
Tortenpfortenpfoten.
Schleck den Schlick.
Der arme alte Tuberer hustete.
Was für eine Scheiß-Krankheit.
Die fistelige Fistfuckerin.
Au ja, da klatschen alle Kinder in die Hände und quietschen vor Vergnügen.
Dann dürfen sie leckere Würstchen mit Senf essen und auch frische Fritten, mit Dr. Frankensteins Spezial-Ketchup, das mit den kleinen Stückchen drin. Eine gute Woche später sind es dann die Kinder, die in den Würstchen drin sind, als die nächsten Kinder ins Theater kommen, und so ist es die Woche davor gewesen, und so wird es immer weiter gehen, wenn Super-Spyder nicht endlich eingreift. Super-Spyder, im Zivilberuf so eine Art Direktor, aber in Wirklichkeit der Undercover–Türsteher im härtesten Swinger-Club der Stadt, hat schon einige beunruhigende Abweichungen von der Norm erlebt, das konnten sie ihm ruhig glauben, die Kollegen von den Vigilantes. Zum Glück schützt seine eng anliegende, schwarze Ledermaske ihn einigermaßen vor kritischen Blicken. Aber ab und zu muss auch er ran, dann heißt es, unaussprechlich vulgäre, ja unappetitliche, wenn nicht medizinisch bedenkliche Dinge zu dingen. Und es ist ihm völlig egal, ja, wie von außen beobachtet er sich, ein entkörperlichtes Gefühl ist es, eine komplette Dissoziation von Sein und Tun. Vielleicht ist es schon das berühmte Spaltungs-Irresein. Zumindest sind bisher Minderjährige nicht dabei gewesen. Oder darunter. Oder darüber.
Hm, hm.
Die Ledermaske muss auch eher oft in die Spezialreinigung, was Super-Spyder entweder höhnische, hasserfüllte oder bewundernde Blicke einträgt, je nachdem wer ihn grade bedient. Diese Beobachtungen helfen Super-Spyder dabei, seinen detektivischen Blick zu schärfen, ohne all zu sehr aufs Publikum (Pubilkum, Basilikum, Drumherum) zu schielen, denen gibt er gleich den dritten Grad, da werden die Daumenschrauben ordentlich angezogen, das ist garantiert. Punktum. Aus, Stopp, keine Zeit mehr für Naschwerk und zuckrige Kleckereien, weiter muss der Keil, der Schaft, die Mine getrieben werden, peinlich darauf achtend, sich im Loch nicht auf den Nagel zu hauen. Immer weiter, emsig, eifrig, mal ist dieser Obermeister, mal jener, da machen die Bücher keinen großen Unterschied. Doch die automatischen Korrekturfallen schlagen zuverlässig, lässig, prämiert und teuer, zu. Klapp.
Klapp, eine schwarze Scheune mitten in blendendweißem Steppenschnee, hier draußen hört dich keiner klingeln, Super-Spyder, was machst du nur hier draußen? Was für einen Auftrag hast du, was für einen Aufruhr trägst du im Herzen, was für ein Feuer wirst du gleich entfachen? Viele Fehler kannst du dir dabei nicht mehr leisten, nicht wahr? Die Sucht ist wieder einmal einsam stärker gewesen als die Sehn. Ein armes, trauriges Drecksferkelchen schleicht sich aus der Scheune davon. Super-Spyder dreht sich erst einmal mit zitternden Fingern eine Zigarette, ehe er weitermachen kann. Was für ein Ort, was für eine Zeit, um deine Euphorie zu verstecken, mein Lieber. Deine persönliche Form der Wahrnehmung ist ziemlich akustisch geprägt, dein Ausdruck eher bildlich. Wie wirst du also fürderhin mit den kommenden, unweigerlich extremen Eindrücken und Erinnerungen fertig werden, das möchte ich gerne mal wissen. Winzige Mengen mit riesiger Wirkung? Ein leichtes Kitzeln hebt unter der Hirnschale von Super-Spyder an. Nein, es geht hier nicht um Drogen, du Idiot. Moment, was heißt hier Idiot, ich bin doch gar kein unpolitischer Mensch! Ganz im Gegenteil! Hauptsache, die Musik ist schön laut und hart! Gewiss, gibt er zu, das frisch zugezogene Lesben-Pärchen ist eher tolerant, was das betrifft. Aber verliere hier bloß nicht das Ziel aus den Augen! Vergiss nicht, wozu du hierher gekommen bist! Erfülle deine selbst gewählte Mission und furz nicht so rum, da sind ja schließlich Menschen in der Scheune! Pfeif auf Heavy-Harry, das ist ein echter Idiot! Was für einen großen Unterschied ein kleiner Penis doch machen kann, grinst er in sich hinein. Heavy-Harry, der offiziell so gerne ein Feuerwehrmann gewesen wäre, mit dem winzigen Schlauch! Der hätte nie bei uns mitmachen dürfen, der will ja bloß ein Rock ’n Roll Star werden, auf unser aller Kosten! Denn Super-Spyder ist kein Narr. Er hat Harry sofort durchschaut, mit seinem übermächtigen Instinkt. Außerdem kann er mit dem dritten Auge in die Röhre gucken. Aber was sollte er mit seinen Fähigkeiten sonst anfangen? Nun, in der Bürgerwehr hatte er sich zunächst gut aufgehoben gefühlt. Das waren zwar nur ganz gewöhnliche Spießer, aber wenigstens zeigten sie Engagement, Sendungsbewusstsein und Entschlossenheit. Dasselbe kann auch von bourgeoisen Paranoikern und Faschisten gesagt werden, daher ist Super-Spyder froh darüber, daß diese lieben Menschen nicht einer Partei beitreten oder gar eine eigene gründen. Er kratzt sich am Kinn. In der Scheune geht es hoch her, das kann er hören. Obszöne Götzen werden lautstark verehrt, er riecht es sogar. So `ne Schweine! Er ist böse. Sehr böse. Jetzt wird er gleich handeln. Er ist ein Mann der Tat, nicht vieler Worte. Das Dynamitbündel in seiner Hand wiegt schwerer, als es ist. Daher muss er vorerst den einzigen Ausgang verriegeln. Anschließend wird er Benzin über die Holzwände der Scheune schütten, in aller Seelenruhe zum Tor marschieren, sich die mittlerweile fertig gerollte Zigarette mit einem Streichholz anzünden und das brennende Hölzchen lässig ins Benzin dingen. Heißassa! Hei, wie die Menschlein da drinnen anfangen zu schreien und rufen! Wie sie rütteln und wummern! Schütteln und schieben hilft euch hier nichts, denn Super-Spyder legt das dynamische Dynamit in die Nähe des Ausgangs. Er hat Kabel in den Sprengstoff gesteckt, die laufen auf einer Drehspule lustig schnurrend weg von der brennenden Scheune, artig bringen sie Distanz zwischen die Extreme. Schließlich ist Super-Spyder zufrieden. Die Verzweifelten haben es, wie eingeplant, geschafft, die Holztüre kaputtzuschlagen. Nun strömen sie schreiend und klagend heraus, lassen sich erschöpft in den kühlenden Schnee sinken. Einige wälzen sich geradezu im Gefrorenen. Der Held nickt und steckt die Kabel in einen kleinen Holzkasten. Er schraubt zwei Klemmen zusammen, zieht einen Handgriff aus dem kleinen Holzkasten heraus und schiebt ihn gleich darauf wieder mit Schwung hinunter, erzeugt dabei ein klein wenig Energie, die sich als elektrischer Funken entlädt und das Kabel hinunter saust. Schnee und Fleischbrocken regnen anschließend übers Feld, vermischt mit Holzsplittern, Glut und Flammen. Harry hingegen liegt den ganzen Tag nur im Bett herum und lässt sich bedienen. Allerdings schreckt er bei Aktionen vor nichts zurück, lässt sich dafür sogar monatliche Beiträge zahlen. Diese weichlichen Alt-Mitglieder! Die waren es, die durch ihre Feigheit erst Typen wie Harry den Weg ebneten und so die ganze Bürgerwehr in Misskredit brachten! Das ist einfach nicht fair! Super-Spyder fährt jetzt mit dem Fluchtauto durch die Wintersonntagnachmittagslandschaft, über der Nebelschleier liegen wie ein Bahrtuch auf einen Leichenwurm. Er ist müde, er ist hungrig, er ist durstig, er muss aufs Klo und er ist geil. Ein wahrer Mensch! Bald wird es wieder finster. Noch niemand hat etwas von seiner Arbeit spitzgekriegt, sonst wüsste er davon schon aus dem Radio. Natürlich war es für die Kinder so am Besten. Sie würden als unschuldige Seelen in den Himmel kommen und göttliches Vergessen erfahren. Die anderen sind noch viel zu gut weggekommen. Verbrennen war ihm zwar lieber, aber das mit der Bombe nach dem Brandanschlag, das hatte schließlich mehr Stil. Immerhin ging es auch um Kinder, nicht wahr? Ein bisschen Mitleid kann ich ja wohl zeigen, oder? Mir egal, was die Bosse davon halten! Er fährt zum toten Briefkasten, wirft ein blau gefärbtes, hart gekochtes Ei hinein, steigt wieder in den Mietwagen und rollt eine weitere halbe Stunde die Straßen entlang. Noch immer kein News-Flash. Noch immer keine Anerkennung für seine Arbeit. Mittlerweile sucht er daheim einen Parkplatz. Der Bart juckt. Er wird ihn gleich und mit viel Freude abnehmen und die dämliche Perücke auch, am besten, gleich jetzt im Auto. Er steht mittlerweile vor seinem Haus und blickt nach oben.
Kein Licht leuchtet aus seinen Fenstern in die Nacht hinaus.
Niemand wartet auf ihn.
Natürlich nicht.
Der arme Super-Spyder lebt ja allein.
Also geht er aus Trotz zum nächsten Spätkauf und deckt sich mit Alkohol und Zigaretten ein.
Die Registrierkasse macht „ping!“, sie reißt den bösen Buben aus seinen Kaviar-Träumen: minderjährige Mädchen aus Shangri-La, goldene Cadillac-Limousinen mit dunkel getönten Scheiben und andre schweißtreibende sportliche Aktivitäten. Er zahlt und macht, dass er mit der Latte in der Hose und der Beute heimkommt. Nun aber, schmeckt die Schokoladewaffel umso besser, jetzt darf er machen was er will! Fein! Und er freut sich so richtig, und er läuft durch die Wohnung und schaut sich alle an, er fühlt sich so toll, guckt mal, was ich alles machen könnte oder es auch bleiben lassen! Na, ist das nicht was? Hm? Ist das nicht super? Was sagt ihr dazu?
Aber keiner sagt ihm was.
Hm, hm.
Ist das nicht traurig?
Ist das nicht schade?
Ist das nicht egal?
Hm, hm.
Bier hilft hier auch nicht weiter, lieber Super-Spyder.
Trink trotzdem noch eins, wenn du willst.
Na, schmeckt’s?
Hilft’s?
Möchtest du drüber reden?
Oder lieber im Koma überwintern?
Da fällt dir nichts mehr ein?
Hm, hm.
Warum eigentlich nicht?
Vielleicht solltest du Trost in der Religion suchen. Oder im guten, alten Rock n Roll. Dann gäbe es noch die Bürokratie, diese Seelen vernichtende Norm-Maschinerie, die sich um alles kümmert und nichts dem, horribile dictu, Zufall überlassen kann. Wie wär’s? So kommt die Jungfrau zum Kind und Super-Spyder zu einer gesellschaftlich akzeptierten Beschäftigung. Immer nur Menschen abschlachten, das ist auf die Dauer nichts, oder?
Er zuckt unwillig die Achseln. Er muffelt. Was konnte er denn dafür? Es waren doch die Umstände, das soziale Umfeld, die unterprivilegierte Kindheit. Vor allem aber mangelt es Super-Spyder an starken Empfindungen. Die vermisst er. Am besten, wenn sie auch eine, nun ja, gewisse körperliche Komponente mit einschlössen.
Davon hat er immer schon geträumt.
Wenn ich schon kein Hardrock-Superstar sein kann, um etwas Richtiges zu erleben, dann eben was anders. Und für den Bürokraten-Job fehlte es ihm leider an Bildung und Sitzfleisch, für jede Art von Schreibtischarbeit sind sein Lebensrhythmus und seine Phantasien zu krank.
Nun könnte ein wohlwollender Beobachter einwenden, Super-Spyder mangelt es nur an Liebe, Sex und Zärtlichkeit.
Der mitfühlende Soziologe legt seine Stirn in tiefe Falten. Nun, wendet sein Kollege von der philosophischen Fakultät ein, da hätten wir ja alles beisammen, Herr Kollege, nicht wahr? Was, was, was? Um es ganz einfach auszudrücken: Ihr Patient, Herr Super-Spyder, ist doch ein Mann, oder? Ja, ja. Ihm mangelt es an Liebe, Sex, und Zärtlichkeit. Stimmt. Nun, ist er homosexuell? Nein. Bleibt als Lösung nur eines: Die Frauen sind schuld. Das saß. Der Soziologe schluckt heftig. Und gibt dem Philosophen in letzter Konsequenz Recht: Die Frauen sind schuld. Und die Männer und die Kinder und der liebe Gott auch. Und was ist mit dem Teufel, will der Soziologe wissen? Der, mein Lieber, steckt im Detail! Wollen Sie mich veräppeln, oder was? Aber warum denn? Ich gebe doch bloß zu bedenken, dass… Doch der verärgerte Soziologe fällt dem Philosophen ins Wort: Sie dreckiger Jesuit! Sie spitzfindiges, perfides Arschloch, immer zum Pakt mit den Mächtigen bereit, was? Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten. Du würdest ja eine nussähnliche Schließfrucht der Gräser, bei der Fruchtwand und Samenschale miteinander verwachsen sind, in einer Schutthalde finden, wenn sie dich nur lange genug suchen ließen, nicht wahr? Einer wie du, der sieht doch nur das Kranke im Menschen! Du bist doch selbst zum Kotzen! Was? Wie? Du dreckiger Papist! Halte doch das Maul, du Scheiß-Pedant! Aber hallo?! So ein stofflicher Ausdruck im Munde eines prüden Protestanten? Ich dachte, das wäre uns keuschen Katholen vorbehalten! Na warte, du Seelen-Dieb! Du Sonnenuntergangs-Cowboy! Du feiger Gesinnungsfaschist! Dir werde ich es aber geben!
Nun geraten sich die beiden Akademiker so richtig in die Wolle.
(Unterschiedliche Kampftaktiken des Geistes und dessen, der sie schulte, treten auch körperlich, quasi somatisch zu Tage. Der autarke Denker verlässt sich auf bewährte Methoden und tritt seinem Gegner in den Hodensack. Für die Ptolemäer hingegen tönten in dem Moment die Totenglocken, als sie sich mit Rom einließen. Ihre hochartifizielle hellenistische Kultur, eine bizarre Blüte der Antike, erlag den römischen Soldatenstiefeln. Was konnte eine griechische Nutte einem Latein sprechenden Bauern schon bieten, was der nicht schon in der einen oder anderen Form kannte? Alexandrinisch ist ja schließlich ein eher zweifelhaftes Kompliment. Der mächtigste Herrscher der Geschichte krepiert mit 32 an den Folgen eines Flohbisses. Und ohne einen Mäzen zu hinterlassen, mein lieber Herr Gesangsverein!)
Du miese Kunstnutte! Das Genie muss leiden! Die Handkante trifft den Jünger der Societas Jesu unerwartet raffiniert aus dem zusammengeknüllten Häuflein Mensch heraus und mitten auf die Gurgel. Er gurgelt. Was soll die Alfanzerei? Oder wie sehe ich das? Ha? Häh? Hm?
Er reißt das Knie hoch und bricht dem Kontrahenten das Nasenbein. Der, nicht müde, verkrallt sich mit aller Macht in der Künstlerfrisur seines Konkurrenten und zerrt heftig an den feinen Haaren die aussehen, als wären sie durch Gaze gesiebt worden, suggeriert sich der Täter, bis ein saftig kontrahierendes Stück Kopfhaut den Besitzer wechselt und offiziell dankend dem wunderbaren, hart gekochten Kriminalautor Chuck Kaefer. Munter dreschen sich die honoren Herren honorig weiter. Immer in die Fresse. Immer in die Eier. Immer in die Fresse. Immer in die Eier. Auf die Dauer wird das dürftig und all zu vorsehbar. Die Kombattanten entwickeln definitiv defensive Strategien und hebeln sich gegenseitig aus. Irgendwann geht ihnen die Puste aus.
Die 3B-2J-Ration ist die ultimative. Mathematisch und moralisch ebenso einwandfrei wie attraktiv. Das alles auf der präsumtiven 2T/W-Basis natürlich. Wunderbar flexibles Gebilde übrigens, das Ganze. Die Maschinen pumpen unterdes weiter, untermalen all das alberne Politiker-Gequassel mit dem herb-männlichen Duft billiger US-amerikanischer Proletarier-Zigarren. Hier wissen schwielige Hände noch, wie Mann richtig zupackt, abseits moralischer Schranken und schweißtriefender Unterhosenränder. Und niemand hätte sich erwartet, das alles schon so früh, so bald, so unzeitig vorbeireitet heranstürmen zu sehen, und es erwischt sie mit der Zärtlichkeit einer eisigen Nordsee-Welle direkt unterm Kinn, alle Beide. Und sie erkannten, wie viele kostbare Dringlichkeit sie hier verschwendeten, wie viel Energie, die sie gerne ach so synergetisch vorzeigen würden, wenn sie nur könnten, wie sie wollten. Indes, es bleibt beim Konjunktiv. Und die beiden alten Kämpfer? Sie trennen sich unentschieden. Super-Spyder ist in der Hölle. Nein, nicht in der echten, sondern in der wahren. Gefickt von den Propheten. Das Fleisch muntert flutzrig in den heißen Siedeölen. Eiweiß wird gegart. Früher als später würden gelbliche Hauer hineinschlagen, zudrige Fetzen rausreißen, lecker, mjam, verdaut. Ruck-Zuck. Ein Berg Essen liegt vor ihnen. Treibt vor ihnen im Wasser.
Die Trommeln treiben sie immer weiter. Die unangenehmen Gedanken erreichen sie alle und lassen sich nur schwer wieder wegschalten. Zu scharf brennt der Nachgeschmack auf den ölig-heißen Zungen, zu lecker die Versuchung. Die unangenehmen Gedanken fühlen sich plötzlich selbst, eine tintige Meeresnacht über siebentausend Meter Ozean, mit den gelben Beinen, reifen Bananen gleich, appetitlich nach unten zappelnd. Super-Spyder liebt solche Vorstellungen, malt sich voller Entzücken die süße Pein radikaler Amputationen aus, ergeht sich in der Zinseszahlung für den Kredit künftiger Missetaten, geißelt seine Schwäche vor sich selbst. Lustige Wahrworte purzeln kerlig aus seinem stupide halb geöffneten Maule nebst dem weißen Seim, der klebrig herabtropft wie halb vergessene Erinnerungen. Ansonsten hätten ihn die Einheimischen wohl längst gefressen. Die Krankheit schützt ihn. Im Ursprung liegt Platz für Jeden. Super-Spyder ahnt nicht, woher diese schiefen Informationen stammen. Noch, wer sich ab und zu seiner bemächtigt, wenn er seine Heiligen Silben versprüht, bis sie schließlich wie Reliquien gehandelt und gegessen wurden. Aber das wusste er noch nicht, sonst hätte er womöglich alles versucht, um seinen künftigen Status zu verhindern. So aber tut er nichts. Nichts, so schien es, vermochte ihn lange genug zu fesseln oder zu erstaunen, ehe es entweder zu langweilig oder seziert und neu zusammengesetzt werden musste. Armer Super-Spyder! Was für ein Zampano! Hätte er bloß ein Wörterbuch besessen oder sonst die Chance auf irgendeinen süßen Bildungskeks! So aber? Tja. Pech gehabt. Stattdessen deftiger Haferflocken-Porno. Armer Tropf! Gar kein Vorrecht? Das ist ein Überfall! Sachte verabschieden sich die Hochschulabsolventen voneinander und von ihrem Studienobjekt. Epische Instrumentalmusik setzt ein, der Eine legte die Hand in Einhelligkeit versichernder Geste auf die gummige Schulter des Anderen.
Nun ist wieder die Zeit der Eroberungen gekommen.