Der Gemeine Katzenpanda

Montag

Nummer 318

Aus gegebenem Anlaß (Entdeckung auf einer obskuren Berliner Homepage) veröffentliche ich einen meiner uralten Texte, der, wie mir scheint, sehr lustig ist. Und ein bisserl krass.


MATISSE IM HALLENBAD                                                                                               25.05.2002


Der noble Neureiche, mit einer ordinären, alt und fett gewordenen Gattin gesegnet, die hinter dicken, goldgefassten Sonnenbrillen den Ekel ihres Mannes verbirgt, lässt sich vom Polo-Club zum pompösen Richtfest chauffieren seines gemeinen, gierigen Konkurrenten aus dem Adel.
Besonders peinlich daran war, dass Helmut Lotti sich dort als Elvis- Imitator versuchte, dies aber bei einer live, Sie wissen schon live – Sendung im öffentlich-rechtlichen TV als eigene Komposition verkaufen wollte. Er hatte noch bemerkt, er bemühe sich, auch weiterhin seinem Millionenpublikum jedes Jahr etwas neues anzubieten, nicht wahr, oh ja, o ja, OH JA, auch dieser Preis bedeute ihm viel, wäre ein ach so toller Schub an Motivation, für seine Fans jährlich einen anderen alten Brei aufzuwärmen, sich immer neue Schichten an Anhängern zu erobern, das muss er ja tun, weil ihm die alten Knacker, deren schmale Rente ihm achtzig goldene und Platin – Preise eingezittert hat, Poliogeschüttelte und Alterschwachsinnige inklusive, ja doch ständig wegsterben.
Helmut Lotti, ein Mann wie ein Grießnockerl.
Sollte Elvis da nicht misstrauisch werden?
Ich denke, ja.
Denn in Zeiten wie diesen, da Polizisten zu sechst völlig legitimer Weise einen gefesselten Sozialschmarotzer, der mit fünfunddreißig noch bei seiner Mutti wohnt, in einem Akt geistiger Landesverteidigung totschlagen, die Wirtschaftstreibenden zu kritisieren, ist ja wohl das Allerletzte.
Jawohl.
Jetzt, wo uns der Onkel aus Amerika, der reiche, doch nichts abkaufen mag, an guter deutscher Wertarbeit, weil ja drüben alles viel besser, größer und billiger ist. Nein, ganz im Gegenteil, nun sollte sich Deutschland  endlich mal  vernünftiges Kriegsgerät anschaffen, denn es wird bald dringend gebraucht werden. Nein, nein, keine Angst, die Russen kommen nicht, die bleiben gerne, wo sie sind, solange sie dafür bezahlt werden, und die anderen sind eh schon längst da. JA, warum kann ich bloß mein ungewaschenes Maul nicht halten, und muss alles kaputt reden, es in den Dreck zerren, sezieren, mich mit dieser paranoiden Scheiße blamieren, und das ganze welke Abendland dazu, aber halt, ich kann mir ja nur wünschen, daß mir so Viele freiwillig zuhören würden.
Artig will ich sein,  ich gebe es unumwunden und in aller Öffentlichkeit zu, fast unwiderruflich, ja, es ist doch der bloße Neid, der mich zu diesen dafaitistischen Exzessen treibt, der Neid und die Drogensucht:
„ICH WEISS NICHT, WAS MIT MIR PASSIERT IST, HERR PFARRER, ES WAREN WOHL DIE BEATLES SCHULD! ICH WOLLTE NICHT SO WERDEN! (SCHLUCHZ! SCHLUCHZ!)“
Doch Father Swinedon kannte sich aus, mit Jugendarbeit, er gab mir erst mal einen ordentlichen Schluck echten russischen Wodka zu trinken, ehe er mich vergewaltigte, schließlich sind wir ja nicht umsonst Katholiken. Dann erklärte er mir stöhnend das Leben, während seine Erektion durch meinen jungfräulichen Analkanal pflügte, und ich fühlte mich dem Glauben sehr eng verbunden. Ja, der gute Mann zelebrierte willig meine Aufnahme in den heiligen Kreis der Eingeweihten, er ließ sich von den üblen Gerüchen meiner Fäkalien nicht irritieren, die den Schaft seines Pimmels bräunten.
Als ich den Mund aufmachte, um mich für den Gestank zu entschuldigen, rammte er mir jenen Daumen in den Mund, den er mir vorhin in den Hintern gesteckt hatte, um den Tresor leichter sprengen zu können. Instinktiv lutschte ich nun an seinem Finger, und ich muss zugeben, es schmeckte gar nicht mal schlecht. Ich biss ihn zärtlich in das Fingerglied, um mein Wohlgefallen zu zeigen, dem armen alten Mann, der immer heftiger ächzte, als wäre ihm gar nicht wohl, es war wirklich Mitleid erregend. Doch er interpretierte meine Liebkosung falsch und steckte mir stattdessen die Pulle original Moskovskaja zwischen die Lippen, gierig nuckelte ich an der eiskalten Flasche, bis sie meinen weichen Lippen entrissen wurde, und Father Swinedon nur noch unzusammenhängend stammelte, dann spürte ich in meinem Inneren, wie sich eine Art weicher, warmer Flüssigkeit  wie Balsam auf meine zuckenden Darmschlingen legte.
Ich war begeistert.
Da ich mit meinen zehn Jahren noch nicht genau wusste, was die anderen Mädchen in den Pornos taten, die mein älterer Bruder sich manisch anguckte, die Jungs, mit denen sie es aber taten, das aber sehr zu genießen schienen, drehte ich mich nun um, blickte meinem Beichtvater in die Augen, kniete mich vor ihm hin, nahm seinen zuckenden Schwanz in den Mund und lutschte ihn sauber. So hatte mich ein bescheidener Diener der Heiligen Mutter Kirche in deren  Schoß zurückgeführt. Ich hatte noch mal Glück gehabt.
Mein lieber Scholli, ich sollte mal in China leben, da würde ich mich aber schön umgucken, da werden Legasthenikern gleich die Finger abgebissen, vom eifrigen Zensurbeamten, wenn sie mal was Falsches lesen, oder schreiben, und,  von der fast antiken, ja typisch anständigen Arbeitsmoral einer Diktatur ganz zu schweigen, denn einem miesen verwöhnten Bubi der dekadenten Bourgeoisie wie mir würden ein paar Jahre harter, ehrlicher Arbeit in einer Asbestmine ganz gut tun.  Mutti kann mir ja die aus echt nationaler Seide handgehäkelten Mundschützer nachschicken.
Wenn ich dann geläutert zurückkommen darf, in die alte Heimat, werde ich noch froh sein, der FPÖ beizutreten, meine GKK- Beiträge einzuzahlen, und mir von hervorragenden Ärzten die Karzinome aus der Lunge schneiden lassen zu dürfen.
Na, na, Sie humanistisches Karnickel, machen Sie doch kein Federlesens um die verschissenen Menschenrechte, unsere Politiker wissen ganz genau, was das Beste für uns Dummerjane ist, Wasserköpfe wie Sie und ich brauchen außer Brot und Spielen nichts zu wollen.
Jane, das alte Luder hingegen, wusste immer, wann sie Tarzan einen blasen musste, damit er nicht Verdacht schöpfe, zwischen ihr und dem Gorillamännchen von  Nebenan liefe was.
Auf jeden Fall hatte ihr Agent einen Auftritt in Europa besorgt, und die Deutschen waren immer noch totale Fans des Totalitären, Sie müssen doch bloß gucken, was für Affen da auf der Schaukel saßen, welch bizarre gelbe Blüten abgerichtete Walrosse und schrille Hyänen sich zuwarfen, ja, als hätten sie nie was anderes getan.
Aber anstatt, daß diese Luden der Meinungsumfrage dann doch was anders täten, als Gehälter oder Sozialhilfe zu kassieren, und zu versprechen, warum in vier Monaten alles besser wäre oder nur zu jammern, wie schlecht es uns doch allen ginge, geht alles seinen müde torkelnden Gang weiter.
Hundert Worte nur, denke ich, würden genügen, um die Wahl zu gewinnen, ein einziger Absatz in einer einzigen guten Rede vor Fernsehpublikum, ein einziges Mal nur müssten die Verantwortlichen den Wirkungsknick eingestehen, wenn ihnen mal wieder die guten Ideen ausgegangen sind und nur noch der Griff in eine Mottenkiste voller Fangeisen übrig scheint, was aber weniger Schmerz verspricht als die nackten Kanonen.
Ich hätte da eine Idee, wenn auch vorerst nur in Berlin praktisch anwendbar: Gesetzten Falls, die fleißigen Deutschen wissen überhaupt noch, was es bedeutet, früh aufzustehen, Bäcker und Zeitungsausträger mal ausgenommen, dann könnten ja die Supermärkte und Läden schon um 6.30 aufschließen, auch am Samstag, dem 25. Mai 2002, übers Monat verteilt ist das schon eine Halbtagsstelle, ideal für sozial und moralisch total heruntergekommene Studenten sowie vom Alkohol zerrüttete,  junge Mütter, die mal ihre Veilchen lüften möchten. Al

Ja, tausend Stellen in Berlin allein, vielleicht sogar zehntausend in der ganzen EU, eine Division treuer Anhänger bei der nächsten Wahl zum Europaparlament, das langt dicke für ein Direktmandat, wo, bitte, wo bleibt meine Berufung in die Gremien, zu den Futterkrippen der Macher, am besten gleich mit einem Parteibuchscheck, das einträglichste Angebot gewinnt. Aber nein, leider, die Linken, die vor lauter links sein total linkisch werden, und den Rechten brav zuarbeiten, nur aus falsch verstandenen Motiven und sozialen Träumen, natürlich, die torpedieren sich selbst, verlieren permanent die Wahlen und alle andere Hoffnung auf Veränderung mangels kreativer Insolenz. Wer nicht an den überreifen Bäumen schüttelt, der wird weder Pflaumen pflücken noch Bananen ernten.
Aber das wissen die Jungs von der KAMPA 02 bestimmt, vermutlich tun sie trotzdem nichts, weil sie allesamt von der CSU bestochen wurden.
Na ja, oder haben Sie geglaubt, der alte Leo wäre wirklich weg, vom Kirchfenster?
I wo!
Weit gefehlt!
Nach einer skandalösen Wahl, wenn schwarz-gelb wieder im schmierigen Sattel hocken werden, werden sich ganze Scharen von Wasserträgern als Pioniere erweisen, unauffällig werde sie goldene Brücken bauen, und er, der alte Grandseigneur der Medien-Szene, wird den „Stürmer“  kurz aus der Klaue legen, und den Fluss selig strahlend überqueren. Dann wird alles wieder gut sein, für ein paar Jahre, erneut die Bleidecke übers Land gezogen, blick- und luftdicht. Darunter wird die Katzenpisse weiter brodeln, die Polizei wird bloß noch Banken und Juweliere und BMW- Händler beschützen, den Rest erledigen westwärts die treuen Islamisten und  stramm stramme Skinheadkolonnen im Osten.
Deutschland, befestige deine Schrebergärten, bewaffne die bunten Gartenzwerge, denn früher der später
KOMMEN SIE AUCH ZU DIR,  IN DEINE  STRASSE!
Hei, was wird da für ein lustiger Mambo getanzt werden, wenn die ersten Salven aus schweren Maschinengewehren Ihre Auffahrt hoch flitzen, und Ihnen die Betonsplitter in die Augen fetzen, oder erwischt es zuerst Ihre Domestiken, die mit Opas altem WW II-Karabiner und einem Gasfeuerzeug erbitterten Widerstand leisten müssen, ob sie denn wollen, oder nicht, bis Sie sich mit der äußerst wertvollen, exklusiven, Gemäldesammlung, Sie wissen ja, exklusiiv, in den zum plausiblen Bunker oder so umgebauten Swimmingpool verpissen. Derweilen die Köchin tapfer ihre Maginotlinie aus Töpfen, Pfannen mit dem Leben verteidigt, gegen zu allem entschlossene Plünderer und andere verfassungsfeindliche Terroristen aus dem In-und Ausland allerdings den kürzeren zieht.
Mehr können  Sie für Ihre Geldwäsche nicht tun.
Guten Abend.