Erstaunlich, was sich dieser Tage in Wien, der Nebelsuppenhauptstadt der Welt, an Entertainment-Zombies auf den Bühnen so herumtreiben wird:
1) Roger Whittaker. der aparte Apartheid-Barde, der mit seinem Kunst-Pfeifen ein Millionenvermögen verdient hat, vor allem in Deutschland. Mein Nazi-Stiefopa meinte zu mir Anfang der 80er Jahre, Whittaker sei der einzige anständige Engländer auf der Welt, weil dieser auf Deutsch singe. Whittaker ist knapp 80. Er wird vor weitgehend Gleichaltrigen in der Stadthalle sein Heile-Welt-Gefüge präsentieren. Schauder.
2) David "The Hoff" Hasselhoff, auch bekannt als Haselhupf und Night Cider. Der ehemalige Babewatch-Star und aktuelle Berufs-Alkoholiker gastiert (wie Whittaker) in der glamourösen Wiener Stadthalle (sic!), wo The Hoff seine total fadenscheinigen "Hits" zum Besten geben und das Publikum zum Besten halten wird. Obwohl er als "bekanntester Fernsehdarsteller der Welt" beworben wird, ist auch sein Ruhm nur noch die Rum getränkte Welkheit eines 60jährigen. Schlagersänger? Vade retro, Satanas!
3) Judas Priest. Auch dieser versoffene Proletenhaufen wird sein stumpfsinniges Publikum in der Stadthalle beglücken. Wie der Musik der Mannen um Glatzkopf Rob Halford deutlich anzuhören ist, kann der Weg von deren Heimatstadt Birmingham zur Hölle nicht sehr lang sein. Auch scheinen die letzten 30 Jahre musikalischer Entwicklung an Judas Priest's Sound spurlos vorüber gegangen zu sein. Immer dasselbe lederschwere Nietengedresche, dazu üble Gitarren-Synthesizer, das Ganze durchsetzt von den spitzen Schreien des (mittlerweile geouteten) Sängers. Kotz.
Das wirklich Schlimme an diesen Darbietungen sind allerdings nicht die Künstler, die einem nun gefallen können oder auch nicht. Grauenhaft ist lediglich das Publikum. Ob alte Nazis, junge Proleten oder schmierige Assis, in meinen Alpträumen könnte sich nichts Grauenhafteres einstellen, als meine Teilnahme an so einem Konzert. Denn Menschen, die so einen simplifizierenden Dreck mögen, schätzen meist auch die simplen Antworten auf die komplexen Fragen unserer Zeit. Wer sich also freiwillig unter potentielle Wähler der Prolo-Parteien FPÖ und SPÖ begeben möchte, soll bitte zur Stadthalle pilgern. Ich bleib daheim.