Der Gemeine Katzenpanda

Mittwoch

Nummer 161

Gestern Abend habe ich mich dabei erwischt, vor dem Einschlafen im Bett noch das Flugblatt mit den neuesten Zielpunkt-Angeboten gelesen habe.
So, habe ich gedacht, jetzt ist es soweit. Mit Hans Krankl auf der Jagd nach 1-Euro-Schnäppchen.
Immerhin habe ich bei der Lektüre festgestellt, daß die Bio-Zucchini, die mir die schlampige neue Verkäuferin zu 2,49€ pro Kilo verrechnet hat, in Wirklichkeit schon für 1,99 zu haben waren.
HA! 
Schon hat's sich rentiert!
Ich bin dann ganz beruhigt eingeschlummert. 

Nummer 160

Es ist immer ein Zeichen der Krise, wenn die Geschäfte zu sperren und die Spielhöllen aufmachen.
So komme ich auf meinem relativ überschaubaren Heimweg von der Friedensbrücke zum Wallensteinplatz (Wien), heiße 500 Meter lang, an insgesamt 8 dieser Automaten-"Casinos" und Sportwett-"Cafés" vorbei.
Publikum: Österreichisches Prekariat, halbseidene Balkanesen und junge Türken.
Aber eher verzweifelte als verwegene Gestalten, obwohl die Selbstwahrnehmung dieser Typen eine andre ist. 
Oder schlichtweg arme Irre, die tatsächlich glauben, mit diesen Drecksautomaten ihr Leben verdienen zu können. 
Schon traurig, wenn Gemeinplätze von der Realität immer aufs Neue bestätigt werden.
Warum die Regierung dem Treiben tatenlos nicht nur tatenlos zusieht, sondern die Spielsucht im Prekariat durch verfehlte Gesetzgebung ganz im Sinne der Wettmafia sogar noch fördert, ist entweder ein Indiz für die völlige Unfähigkeit der öffentlichen Akteure oder für die weitreichende Korruption in diesem Staate.
Ich vermute allerdings eine sehr ungute Mischung aus beiden Faktoren.
Würg.