Der Gemeine Katzenpanda

Sonntag

Nummer 198

Schon ein Symptom der Zeiten, wie wir aktuell mit Nachrichten bombardiert werden, die von Figuren wie Gaddafi, Lugner, Guttenberg, Ecclestone et. al. "gemacht" werden. Eine weitgehend atomisierte Gesellschaft, divide et impera, kennt das Wort Zusammenhalt nur noch aus dem Geschichtsbuch, sie verfolgt in Splittergrüppchen ihre Partikularinteressen, sie gründet Lobbys jeglicher Couleur, sie kreischt um Aufmerksamkeit, sie degradiert sich gleichzeitig, freiwillig und ohne Not, zur willfährigen Verschubmasse undurchsichtiger Kreise Wirkungsmächtiger. Da der Glaube bei Christen weitgehend durch Psychoanalyse (wer Glück hat) oder Konsum (wer schon alles andre hat oder nix in der Birne) ersetzt worden ist, und Bildung als lästige Anstrengung, die gescheut werden kann angesehen wird, sind die inneren Abwehrkräfte der Gesellschaft weitgehend erschöpft.
Geiz ist geil? 
Was wir erleben, ist nichts weniger als der schmerzhafte Abgesang des Abendlandes, der Weißen Rasse, ein Prozess, des sich vor unseren Augen vollziehenden Untergangs des Abendlandes, wie er von Oswald Spengler nach Abschluss des mutwilligen Gemetzel Erster Weltkrieg schon 1918 prophezeit wurde.
Es ist allerdings tröstlich, wie die kulturellen Kohäsionskräfte Europas noch ein knappes Jahrhundert weiter gewirkt haben, sowie die Tatsache, unser Untergang ist das Resultat eigner falscher Entscheidungen und nicht aufokroyierte Vernichtung.
Ich schätze, Europa hat die nächsten 50 Jahre die Aufgabe, als Nachhilfelehrer der Welt zu fungieren. So wie Griechenland Rom domestiziert hat, werden Beethoven, Leonardo und Shakespeare die Welt befruchten, und uns, deren Ehre nicht Treue heißen wird, sondern Vermittlung, Tradition, Erleuchtung, ein Auskommen bescheren.
Wenn wir jetzt den Rückstoß für 500 Jahre Kolonialismus empfangen, ist das gerecht.
Wenn wir jetzt die Demut nicht vergessen, diese größte Kraft, die uns der Herr, Jesus, gelehrt hat, so haben wir alle, die ganze Welt, die Chance, daß die nächsten 500 Jahre unter einem andren Motto stehen werden: Kultur.  

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