Samstagmorgen mit dem Rad im Wiener Augarten. Gestern Nacht sind die schwersten Gewitter seit zwei Jahren über der Stadt niedergegangen. Die ganze Gartenanlage dampft und wallt. Unterschiedlichste Düfte wabern durch die Luft: Rosen, Reseda, frische Pflaumen, feuchtes, uraltes Mauerwerk. Im Bereich des Gaußplatzes verströmt eine Bäckerei ihren Frühstücksruf, beim Kinderbad erfrischt Chlor das Gemüt.
Stolz und traurig ragen die grauen Flak-Türme in den Himmel. Krähen stolzieren in gebührlichem Abstand zu einander strengen Parkwächtern gleich über die weitläufigen Rasenflächen und picken im nassen Gras nach vorwitzigem Gewürm. Im Park blühen überall Frauenskulpturen- es handelt sich um Sportlerinnen beim Stretching. Herren sehe ich kaum welche. Die wollten sicher auch Laufen gehen, sind nach dem Frühschoppen mit ihren Miezen aber wohl wieder müde geworden. Nach einer Stunde oder 10 Runden bin ich es auch. Zeit fürs Frühstück!