Sonntag vor Weihnachten. Es ist irre kalt. Im unbewohnten, verwitterten Seitenflügel des Hauses gegenüber sind die Innenscheiben der rissigen Holzfenster mit Frost überzogen. Ich dagegen genieße zu Mittag in der Wanne ein heißes Olivenölschaumbad. Das starke Wasser schmeichelt meinen armen Gelenken. Auch mein verspannter Rücken ist dankbar. Von Armen und Beinen ganz abgesehen. Natürlich sitzt auch der Hals nun lockerer. Sehnen zergehen. Sogar die alte Sportverletzung lächelt.
Das weiß gekachelte Bad mit den grau gefassten Fliesen.
Die frisch gewaschene, senfgelbe Wannen-Matte.
Ein undefinierbar gesunder Hauch von Sauberkeit in der Luft.
Der Schnee auf den beiden Fenstern der Dachschräge lässt lediglich matt wattiertes Licht herein. Zufrieden nuckle ich im warmen Halbdunkel an meinem eiskalten Bier. Es ist herrlich. Mein Bauch ragt durch den Schaum wie der Rücken eines haarigen Biestes. Ich schlucke runter, stelle die Flasche mit dem Hals zur Wand auf der verchromten Mischbatterie ab. Dampf beschlägt umgehend das kalte Glas. Ich schließe die Augen.
Wellen schwappen sachte.
Der erste ruhige Tag seit Monaten.
Stille, Wärme, Zufriedenheit.
Mehr kann ich vom Leben nicht verlangen.
Prost Noske!