Der Gemeine Katzenpanda

Sonntag

Nummer 128

Ein paar Wikileaks-Schmankerln:


Ägyptens Staatschef Husni Mubarak: Endlose Tiraden des Präsidenten werden zitiert, denen zufolge der Irak-Krieg der "größte Fehler war, der je begangen wurde". Er rät, "alles über Demokratie im Irak zu vergessen": Der beste Weg für einen friedlichen Übergang nach dem Abzug der US-Truppen sei ein Militärputsch - so hält die US-Botschaft den Rat des Ägypters fest.

Mehriban Alijewa, Gattin des Staatschefs von Aserbaidschan (2. v. r. im Hintergrund): Sie habe sich so oft liften lassen, dass sie von weitem zwar mit ihrer Tochter zu verwechseln sei, dafür aber ihr Gesicht kaum noch bewegen könne, lassen die US-Diplomaten verlauten.

Türkischer Premier Recep Tayyip Erdogan: Unter dem Premierminister, der mit Hilfe einer Kamarilla inkompetenter Berater regiere, befinde sich das Land auf dem Weg in eine islamistische Zukunft und sei für Europa womöglich schon verloren - so sind die US-Depeschen aus Ankara zusammenzufassen.

Kenias Präsident Mwai Kibaki (Bild) und Premier Raila Odinga: Ein landesweiter Sumpf blühender Korruption soll das Land sein, ist den Depeschen zu entnehmen. 15 hochrangige Offizielle sind inzwischen mit einem Einreiseverbot in die USA belegt, fast aus jeder Zeile der Botschaftsberichte spricht Verachtung für die Regierung.

Scheich Mohammed Bin Sajid Al Nahjan aus Abu Dhabi: Ist den US-Berichten zufolge der Meinung, "ein baldiger konventioneller Krieg mit Iran sei eindeutig besser als die langfristigen Konsequenzen eines nuklear bewaffneten Iran".

Außenminister Guido Westerwelle: Seine Gedanken hätten "wenig Substanz", schreibt höchst undiplomatisch der gegenwärtige Chefdiplomat der USA in Berlin, Botschafter Philip Murphy. Das liege vor allem daran, dass offenbar seine "Beherrschung komplexer außen- und sicherheitspolitischer Themen noch Vertiefung erfordert". Die Geheimberichte beschreiben den FDP-Politiker als inkompetent, eitel und amerikakritisch. Die US-Diplomaten sehen sich vor die Herausforderung gestellt, wie sie mit einem Politiker umgehen sollen, der ein "Rätsel" sei, mit wenig außenpolitischer Erfahrung und einem "zwiespältigen Verhältnis zu den USA". Westerwelle habe eine "überschäumende Persönlichkeit".



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