Der Gemeine Katzenpanda

Freitag

Nummer 101

Das zweite Hundert beginnt mit der bahnbrechenden Erkenntnis, daß Adolf Hitler sogar am Unglück von Hannibal Lecter Schuld ist und in weiterer Fortsetzung verantwortlich für Agent Sterlings Probleme mit dem Kannibalen. Behauptet zumindest der Film Hannibal Rising. Na ja. Schrottfilme gibt es ja genug.
Aber da wir schon beim Kinematographen sind, möchte ich noch zwei Beobachtungen und ein Lob deponieren.

Da wäre zum einen Tom Cruise im Film "War of the Worlds". In diesem Science-Fiction-Spektakel spielt er (für mich) zum ersten Mal glaubwürdig. Er gibt einen gebeutelten Working-Class-Typen, geschieden, pleite, ohne Freunde, dem eine wüste Attacke von Außerirdischen das Besuchswochenende mit den Kinder gehörig verhagelt.
Mehr durch Glück als durch Chuzpe gelingt es ihm, seinen Nachwuchs inmitten der Panik eines Massakers von New York nach Boston zu bringen. Am Ende hat er es geschafft, aber Sieger sehen anders aus: Blutbeschmiert, verschwitzt, mit zerlumpten Klamotten, stinkend nach Angst und Kacke, ein Held aus Zwang denn Überzeugung, so möchte ich Herrn Cruise öfters auf der Leinwand sehen. Sobald er den penetranten US-Gewinnertypen mimt, ist er einfach nur zum Abschalten.

Zum andren wird es Will Smith, der negroide Gegenentwurf zu Tom Cruise, nie schaffen, sich in mein Herz zu spielen. Seine ebenso penetrante Rechtschaffenheit, sein Dauer-Gesichtsausdruck des niedlichen Teddybären und die Abwesenheit von Selbstironie machen jeden Will-Smith-Movie für mich zur Tortur. Sein Image als smarter, sauberer Aufsteiger-Afro und seine abstehenden Ohren werden ihn irgendwann für die Rolle des anderen großen farbigen Schaumschlägers prädestinieren: Die Hauptrolle im Barack Obama -Film.

Nach all der Schelte nun das Lob.
Es gebührt Charlie Sheen, dem genialen Selbst-Darsteller in der Serie Two and a half men, eingedeutscht zu "Mein cooler Onkel Charlie". Eine schnelle, schräge Screwball-Comedy rund um einen reichen Nichtsnutz, der ständig am Saufen ist, ständig entzückende Miezen abschleppt und der mit seinem Loser-Bruder Alan sowie dessen pubertierendem Sohn Jake ein schickes Strandhaus in Malibu bewohnt. In der deutschen Synchronisation recht zahm, ist das englische Original recht saftig, jeder Dialog sitzt und sprüht vor treffendem Humor. 
Prädikat: Sehenswert. 


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