Der Gemeine Katzenpanda

Montag

Nummer 37

Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler ist zurückgetreten. Als Grund gab er an, die Massen-Medien hätten sich in ihrer Replik auf Köhlers realistische Lageeinschätzung derart im Ton vergriffen, daß ihm, Köhler, angesichts des erwiesenen Respektmangels an seinem Amt keine andre Wahl geblieben sei als der sofortige Rücktritt. Dem kinderlosen FDJ-Hosenanzug (a.k.a. Angela Merkel, Bundes-"Kanzlerin") geht angesichts der verlorenen Wahlen und der freiwillig (!?) abgegangenen Unions-Spitzenpolitiker (Merz, Koch) die Luft aus. Der Plan, die CDU zu einer urban-wirtschaftsliberalen Mitte-Partei umzubauen ist grandios gescheitert.

Herr Köhler war als Ex-Banker seit Anbeginn seiner Amtsausübung den gezielten Angriffen der linken Journaille ausgesetzt. Jeder seiner Schritte wurde unter einem gewissen zweifelnden Blickwinkel gesehen wurde. Im Zweifel gegen den Angeklagten, in unverschämtester Hintanstellung unseres demokratischen Rechtssystems. Herrn Köhler wurde unterstellt, was Pol Pot nachgewiesen ist: Selbstanklage, kollektiv begangen, und vom Kollektiv ebenso entschuldigt. Alle sind gleich...alle sind schuldig, bloß keine Ausreißer, wir sind alle gleich, also gleich gut dumm blöd faul...Die Diktatur des Mittelmaßes. Auch DU wirst nicht herausragen, Genosse Kollege, oder wir werden dich ausradieren.

Dieser zutiefst menschenfeindliche Gesinnungskommunismus unterstellte Präsident Köhler, das unparteiisch  zu versehende Amt tendenziellem Behagen ausgeliefert zu haben. Aber was wollen wir von Linken schon erwarten? Sozialismus beruht im Gegensatz zum Christentum auf Neid.

Danke, Herr Köhler, für Ihren mutigen Schritt!!!

Donnerstag

Nummer 36

Neuester Werbeauftritt auf der ORF-Homepage ("Facebook und Co"): Die sympathische Hooligan-Kopfstoß-Annonce eines Online-Wettbüros anläßlich der Fußball-WM in Südafrika. Auf derselben Web-Site ein Link zur Klage des ÖKB über eklatante Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz in Wettbüros. Mit detaillierten Erkenntnissen über Sucht-Verhalten und deren Erzeugung bei Minderjährigen speziell mit Fußball-Wetten als Einstiegsdroge für Jugendliche. Doch der Österreicher erweist sich statistisch EU-weit als renitent reformabschätzig. Eine weitere elektronische Schlagzeile erwies sich als weiteres Dokument des Schreckens: Die österreichische Jugend insgesamt raucht sehr gerne Zigaretten, trinkt gerne Alkohol und isst gerne fettes Fleisch. Die Kids sitzen also angesoffen mit einer Zigarette in der Pappen im Automatenkasino. Eine Leberkässemmel in der Linken, werfen sie mit der Rechten werfen 2€-Münzen in die bunt klimpernden Geldfreß-Maschinen.
Ein strengeres Glücksspielgesetz hat das Parlament abgeschmettert, da wir ja ohnehin mehr Geld fürs Zocken ausgeben als für die Bildung.
Wir fallen aus der Mitte, regiert von unfähigen Marionetten an den Kandaren der Banken und eines Alten vom Berg. Zustimmung statt Protest. Wie soll sich hier je etwas ändern?
Österreich geht's schlecht, bitte noch ein Lachs-Brötchen!

Nummer 35

Ich bin schon gespannt, mit welcher Methode BP uns demnächst die Ölpest im Golf von Mexiko als Riesen-Vorteil für die ganze Region verkaufen wird. Die Kumpels von Goldman Sachs haben sicher ein paar Tipps parat. Schließlich produzieren die Ölfirmen den Treibstoff für die Geschäfte der Banken. Kein Ast sägt am anderen. 

Mittwoch

Nummer 34

Mit dem Handy telefonieren ist wie Computerspielen mit Menschen.

Montag

Nummer 33

In der Straßenbahn, Linie 5, Haltestelle Julius-Tandler-Platz, Wien. Montag, der 17. Mai. Auf einer Werbewand entdecke ich die Ankündigung für den Start des Films „Prince of Persia“. Es handelt sich um die Verfilmung eines Videospiels. Und zwar ist dies bereits die zwölfte (!) Verfilmung eines Videospiels, die in den letzten sieben Jahren hergestellt wurde. Neben der Subprime-, Finanz-, Griechenland- und Euro-Krise scheint es auch eine Film-Krise zu geben, eine Produzenten- und Regisseur-Krise. Kein Geschmack, keine Ideen, keine Qualität. Aber auch dies ist nur ein weitres Signal für die Diktatur des Proletariats, die sich jedoch infolge der zerbröselnden Sozialstaats (noch eine Krise!) bald erübrigt haben dürfte. Das Prekariat ist sich dessen nicht bewusst. Aber wessen ist sich das Prekariat schon bewusst? Vielleicht noch der Preise für Zigaretten und billiges Dosenbier (die autochtonen Zielpunkt-Prolos) und derer für Solarien, Alu-Felgen oder Ego-Shooter-Videospiele (bei MIHIGRU*).
Mein Sitzplatz-Vorgänger hat mir seine Gratis-Zeitung hinterlassen. Sie heißt ganz bescheiden "Österreich". Na, ja. Ein Blick informiert mich über den "schönen Babybauch“ einer C-Prominenten. Ich sollte erwähnen, diese Dame hat der Boulevard ausführlich als die hmm, dritte, vierte oder vielleicht schon fünfte Ex-„Lebensgefährtin“ eines alternden Bauunternehmers publiziert. Dieser Herr betreibt doppelt Integration. Seine Gansi oder Bambi oder Mausi scheint ja proletarische Prostituierten-Wurzeln zu haben, sie hat Karriere gemacht, oder was so eine hirnamputierte Schnalle drunter versteht. Wer nun genau der Vater ihrer Brut ist, bleibt irrelevant, wie in diesen Lumpenkreisen so üblich. Und der neue Musik-SUPER-Star, den Herr Lugner, der Bauunternehmer  neuerdings sponsert, ist der (mehrfach vorbestrafte Ex-Häftling) Zweitplatzierte des Karaoke-Doppelgänger-Wettkampfs Prolo-Hobel-Superstar. Sein Name ist exotisch, Melvin oder Mowin oder Muhin, eine talentfreie Hartz-IV-Heuschrecke, ob der nun Sinti oder Roma ist, weiß ich leider nicht mehr, eins von beiden jedenfalls, aber ich will ja nicht vorgreifen. Woran die zu unterscheiden sind, Sinti oder Roma? Keine Ahnung. Ist ja auch egal, ein Prolet lässt den andern nicht hängen, und beide, Star wie Sponsor, hängen am Massenmedien-Tropf wie die Junkies am Substitol. Bei Zigeuner-Menuwins ersten öffentlichen Auftritt in einem Einkaufszentrum, im Blouson-tragenden Teil des Gürtels, gab es jedenfalls eine MIHIGRU*-Massenpanik mit 20 Verletzten.
Herr Lugner schätzt den Hilfs-Epigonen Menuwin als einen großen Künstler, der „soll mit seiner Musik Millionen verdienen“, O-Ton Lügner, äh Lugner. Moi, konn der gut singen! Zwoar net gut gnua fian depparten Polen, oiso Bohlen, net wahr, oba fia mi no imma owoi gnua! Vermutlich wird Lugner den kürbisgelb gebräunten Menuwin bald adoptieren, dann bleibt das ganze Geld in der Familie. Meuwin wiederum heiratet das Ex-Lugner-Viech (mal was andres, als immer die eigene Cousine zu knallen) auch wenn der Typ, also Menuwin, laut Lugner ausschaut, „ois wär sein G‘sicht aus warmen Gummi g’ossen!“









* Migrationshintergrund

Sonntag

Nummer 32


Schwechat, Haltestelle des CAT (CityAirportTrain), Richtung Wien-Mitte, Obergeschoß. Ich habe grade meine Mutter zum Flughafen gebracht. Sie fliegt nach Rom. Furchtbares Wetter in Wien, Wind, Regen, 9°C, für Mitte Wonnemonat Mai eher kläglich. Während wir die Hinfahrt in einem proppenvollen Zug verbrachten, sind nun zahlreiche Sitze frei. Ich nehme so weit weg wie möglich von den anderen wenigen Reisenden Platz. Herrlich. Ich habe Durst. Ich krame meine Limonade aus der Umhängetasche. Sie schäumt vor sich hin. Hmhmhm. Stille. 

Wenig später tapern zwei kleine Mädchen die Stufen hoch. Sie sind vielleicht 7 und 5 Jahre alt. Hinter ihnen kommt Mutti. Sie haben kein Gepäck bei sich, ich nehme an, auch sie haben einen Angehörigen eskortiert. Die Mädchen tragen herzige, bunte Klamotten. Grundfarbe Lila, mit vielen floralen Elementen. Mutti setzt die zwei nebeneinander, vor einen der in den Öffis mittlerweile  Standard gewordenen Beruhigungs-Monitore. Die Mädchen knabbern an ihrer Beschäftigungs-Jause. Die Ältere genießt eine Leberkäs-Semmel, die kleine Schwester hingegen ist mit einem Marmelade-Kipferl glücklich geworden. Die Mama kehrt mir den Rücken. Die Kleinen schauen sich (kau, kau) das „Fernseh-Programm“ an. Sie quietschen, schlucken, kichern. Sie kommentieren auf ihre ganz liebe verrückte Kinderart was dort passiert. Hauptsächlich sehen sie, wie Erwachsene sich lächerlich machen, oder irgendetwas dummes machen - was die Mädchen voll blöd aber lustig finden. Als eine Model-Modeschau über den Monitor schimmert, sagt die Ältere wie nebenher zu ihrem Schwesterlein: „Schau, Nora, die sind schön.“
Und es klang, als spräche eine spöttische Märchenprinzessin in vollendeter Vertrautheit der Rolle.

Samstag

Nummer 31

Endlich eine gute Nachricht: Citrosuco und Citrovita schließen sich zum weltgrößten Orangensaftkonzern zusammen. 
Dieser GIGA-KONZERN wird jedes 4. Glas Orangensaft umsetzen, das pro Jahr weltweit getrunken wird.
Jedes 4. Glas Orangensaft in der Welt. Das ist doch eine unglaubliche Menge.  Das bringt ihnen 900 Millionen Euro Umsatz pro Jahr. Die entstehen aus ebenso weltweit ca. 52,5 Millionen Tonnen Orangen. Ein ganz hübscher Haufen Materie. Und all dies zusammengenommen ist kaum 4 Milliarden Euro wert.
In welcher Relation stehen da 750 Milliarden Euro Schutzschirm??? Wo kommen die her? Sind  da meine Socken schon mit eingepreist?
Allein die Summe, die Griechenland uns allen wert sein muss, liegt bei gut 160 Milliarden Euro. Die Hätten sich quasi ums gleiche Geld 2 Billionen Tonnen Orangen kaufen können. Die werden dann im Verhältnis 1:10 zu Konzentrat gepresst. Vielleicht haben die Griechen tatsächlich 200 Billionen Liter O-Saft-Konzentrat, der für die 4fache Menge SAFT steht, in ihren Kühlschränken gebunkert, wer weiß das schon.  Das ergäbe allerdings einen Würfel mit 200 Millionen Kilometer Kantenlänge. Ob sich das in Griechenland aber auch ausgeht?
Und das ist bloß der Orangensaft...

Mittwoch

Nummer 30

Sooo, jetzt haben alle ihre Tellerchen leer gegessen und sich das Mundi geputzt. Die kleinen Kaimane blinzeln Krokodiltränen aus den Augenwinkeln und klappern mit ihren langen Schnauzen. Beruhigung kehrt wieder ein. Das Bäuerchen wird gemacht, dann klappen sie das Maul wieder weit auf und warten auf die Madenhacker. Sind sie satt? Das weiß niemand. Hinter ihren hellen harten Augen dräut stets der Tod im schlammigen Wasserloch.
Aber ich denke, wir alle sollten versuchen, unsere Talente durchaus gewinnbringend einzusetzen.
ÖRKS.

Sonntag

Nummer 29

Landtagswahl 2010
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Stimmen zur Landtagswahl
Stimmen zur Wahl
Jubel und betretenes Schweigen

Auf eine öffentliche Stellungnahme von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers mussten die Wähler lange warten. Dafür ließen die Vertreter der SPD und der Grünen vor den Kameras ihrer Freude freien Lauf. In die Begeisterung mischte sich aber auch Vorsicht: Wer mit wem koalieren kann, steht noch lange nicht fest.
Eine knappe halbe Stunde nach den ersten Meldungen trat SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft vor ihre Anhänger. "Wir haben eine tolle Aufholjagd hingelegt", rief sie unter dem Jubel der Menschen. "Eine Botschaft geht jetzt aus von Nordrhein-Westfalen: Die SPD ist wieder da!" Sie mahnte aber auch, dass noch kein endgültiges Ergebnis vorliegt. "Es wird eine lange Nacht, drückt die Daumen."
45 Minuten nach Bekanntwerden der Prognose stellte sich Jürgen Rüttgers auf das Podium. "Es ist wohl so, dass ein Bündel von Ursachen zu diesem Ergebnis geführt hat, und darüber werden wir reden müssen." Rüttgers betonte, er übernehme persönlich die Verantwortung für die Niederlage. Der Vorstand habe ihn gebeten, "für Gespräche zur Verfügung zu stehen. Das will ich auch tun, weil ich zutiefst überzeugt bin, dass es wichtig ist, dass Nordrhein-Westfalen weiter stabil regiert wird. Und das kann nicht mit extremistischen Gruppierungen passieren."
Silvia Löhrmann, Fraktionschefin der Grünen: "Wir sind die Königsmacher, wir wollen eine bessere Energiepolitik und Bildungspolitik."
Michael Groschek, Generalsekretär der NRW-SPD: "Das war ein großer Erfolg. Die nächste Ministerpräsidentin wird Hannelore Kraft sein, davon bin ich fest überzeugt." Zum möglichen Koalitionspartner: "Die Grünen sind und bleiben unsere Wunschpartner." Und weiter: "Wir werden die Gespräche ohne jede Nervosität führen. Noch ist längst nicht aller Tage Abend."
Reiner Priggen, Vize-Fraktionsführer der Grünen: "Ich habe nicht mit 12,5 gerechnet, das ist eine Verdoppelung unseres letzten Ergebnisses, das ist ein Rekord. Soviel hatte wir noch nie bei einer Landtagswahl." Zur Frage, ob auch Scharz-Grün eine Option sei: "Das erste Gespräch werden wir mit den Sozialdemokraten führen."
Helmut Stahl, Noch-Fraktionsführer der CDU: "Wir hätten uns ein besseres Ergebnis gewünscht." Zu Rüttgers' Reaktion: "Er übernimmt die volle Verantwortung dafür." Rüttgers werde die Parteiführung auf jeden Fall behalten, so Stahl.
Der Innenexperte der Union in Berlin, Wolfgang Bosbach, räumte die klare Niederlage ein: "Das ist ein in jeder Hinsicht enttäuschendes Ergebnis." Die CDU habe nicht nur ihr Wahlziel "nicht nur nicht erreicht, sondern klar verfehlt". Das Ergebnis habe nichts mit der "hervorragenden Leistungsbilanz" der CDU zu tun, sie habe aber keine Rolle im Wahlkampf gespielt. "Das ist das Problem der CDU."
FDP-Parteivorsitzender Guido Westerwelle gestand die Niederlage ein: "Wir haben unsere Wahlziele nicht erreicht", sagte er in Berlin und sprach von einem "Warnschuss" auch für die Regierungsparteien in Berlin. "Er ist auch gehört worden." Westerwelle dankte den Wählern und sprach der NRW-FDP das Vertrauen aus: "Man gewinnt zusammen, und man verfehlt auch seine Wahlziele zusammen."
Bärbel Höhn, früher Ministerin in der rot-grünen Landesregierung und heute stellvertretende Fraktionschefin im Bundestag, fand den Wahlerfolg der Grünen "einfach wundervoll". Die Grünen hofften nun, eine Regierung mitbilden zu können und dabei mit der Partei zu regieren, mit der sie die meisten Inhalte umsetzen können.

Samstag

Nummer 28

Heute vor 65 Jahren der Zweite Weltkrieg zu Ende gegangen. 
Er sah nicht nur den monströsen Betrieb von SS-Menschenverwertungsfabriken, die chiliastische Zerstörung von Kulturgut, die totale Entwertung von Idealen und einen Berg von 60 Millionen Leichen, sondern auch das Ende europäischer Weltherrschaft.
Über die Faktoren besteht heute kein Zweifel. Da war Hitlers Machthunger: Großgermanische Reinheits-Phantasien, worin Juden und Slawen keinen Platz mehr hatten. Ebenso wichtig auch der Schandfrieden von Versailles, diktiert von französischen Revanchegedanken. Dieser Friedensvertrag von 1919, Schlußakt des letzten aller Kriege, wie es hieß, legte zugleich den Keim für den nächsten Krieg. Bemerkte der britische Premierminister David Lloyd George damals. Knappe 21 Jahre später besichtigt Hitler Paris, am Eiffelturm weht die nächsten 5 Sommer die Hakenkreuzflagge...

Ohne Versailles wäre Hitler niemals an die Macht gekommen.
Ohne Versailles wäre das deutsche Volk niemals so willig ins Gemetzel gezogen.
Ohne Versailles kein Holocaust, kein Eiserner Vorhang, keine Burka in Europa. 

Ob die Rache für Elsaß-Lothringen 1870 das alles wert gewesen ist?
Ich glaube nicht, aber ich genieße ja das Privileg der historischen Rückschau. 
Ich glaube aber, daß die französischen Verantwortlichen die Tragweite ihres Handelns zwar überblickten, die Lust an Rache jedoch angesichts der Verwüstungen in Frankreich und 1,3 Millionen Gefallener zu groß war. Im Übrigen schätze ich das französische Volk sehr für dessen demokratische Streitbarkeit, für die Errungenschaften der Revolution von 1789, für Camus, Camembert und Champagner. Frankreich ist in seiner historischen Funktion singulär, nämlich die einzige erfolgreiche, weil dauerhafte Reichsgründung von Germanenvölkern auf römischem Boden. All die andern klassischen bärtigen Völkerwanderer mit Herrschaftsgebieten im westlichen Teil des untergegangenen Imperiums,  also die Vandalen (in Spanien und Nord-Afrika), die Burgunden (im Südwesten Frankreichs) und die Goten (in Italien und Sizilien), sind ja bekanntlich entweder innerer Zerwürfnis, Ostrom oder spätestens im 8. Jahrhundert dem Islam erlegen.
Zum Glück ist Österreich hingegen auf Sudern, Neid und Sonderangebote beim Billa spezialisiert.

Peace on Earth. 

Freitag

Nummer 27

Fanatismus I

Alle Massenbewegungen erzeugen in ihren Anhängern Bereitschaft zu sterben und Drang nach geschlossener Aktion; alle züchten - ohne Rücksicht auf die Doktrin, die sie predigen, und das Programm, das sie sich vornehmen, - Fanatismus, glühende Hoffnung, Enthusiasmus, Haß und Intoleranz. Sie alle sind imstande, einen mächtigen Strom der Aktivität in gewissen Lebensbereichen zu entfesseln, und sie alle fordern blinden Glauben und unbeirrbare Gefolgschaft.


Eric Hoffer. 

In: Der Fanatiker. Pathologie des Parteigängers. 
Hamburg: Rowohlt 1965. (= rororo 220). S.7

Nummer 26

Frühlingsbeginn in Wien.

Ich sitze brav nach Erledigung meines Lernpensums (Erstellung der Fassungen E1 und H von Georg Trakls Gedicht "Frauensegen", mit Varianten-Apparat) bei offenem Fenster daheim am Schreibtisch. Ich schaue aus dem Fenster. Was für ein Lenz!! Schwellende Knospen, zarte Triebe, fröhliches Zwitschern. Da ist es leicht, Expressionist zu werden.

Es ist dies der erste Frühling in meiner Wohnung am Wiener Wallensteinplatz. Ich bin letzten Herbst hier eingezogen und fühle mich hier richtig wohl. Ruhig, hell, hoch oben. Rechts vor mir ragen zwei riesige Pappeln der Sonne entgegen- sie sind ein gutes Stück höher als die Häuser, von denen sie umgeben sind. Ein paar andre Bäume wetteifern mit den Pappeln um Licht und Aufmerksamkeit, schaffen es aber nicht, denn sie reichen ihnen nicht mal bis an die Gürtellinie: Eine dünne Hängebirke, eine Erle, eine Gruppe kleiner Eschen. Und drei winzige Rosskastanien, die Baum bloß spielen. Von der isländischen Killer-Aschen-Wolke, die seit Tagen den europäischen Luftraum lahmlegt, ist nichts zu sehen. 
Die hübschen grünen Bäume werden von einer ebenso bunten Dachlandschaft gesäumt. Flachdächer mit gemauertem Kaminbewuchs mir gegenüber, zur Rechten ragt mir die pockennarbige Front des Abbruchhauses
ins Sichtfeld, links ein Satteldachensemble in vollmundiger Terrakotta.
Und hinter diesen ziegelroten Dächern ragt einsam, finster und fleckig der Feuerleitturm in den Himmel empor, rabenbekränzter einsamer Zwilling des Augarten-Flakbunkers. 

Wie der Flieder wieder duftet…


Nummer 25

An meine liebe Frau

Aus dem Himmel fallen Tropfen
Tag um Tag schon,
Und mir ist's, als gäb's kein Hoffen

Aus dem Himmel fallen Tropfen
Tag um Tag schon,
Hörst DU mein Sehnen, Rufen, Klopfen?

Nummer 24

Da Verbissenheit, Brutalität und Hass, heute auf der ganzen Welt als Konfliktwährung gelten, macht meiner Meinung nach die Lektüre eines Buches lebenswert, das bereits 1951 in den USA erschienen ist.
Manche Beschreibungen und viele Definitionen haben frappante Ähnlichkeit mit der Wirklichkeit von heute, sechzig Jahre später. Sie sind im Rückblick nur noch als prophetisch zu bezeichnen. Sie können von Pol Pot bis Pinochet, von My Lai bis Tiananmen, vom Iran bis Tschetschenien problemlos als Maßstab angelegt werden. Ich werde von Zeit zu Zeit unter "Fanatismus" als kleine Anregung ein passendes Zitat in der deutschen Erstausgabe von 1965 finden. Manches wird länger sein, manches sehr kurz. 

Das Buch "Der Fanatiker. Eine Pathologie des Parteigängers" von Eric Hoffer erschien in New York kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und noch in dessen Eindruck. 
Da lag die Welt bereits mitten im nächsten, dem Kalten Krieg.

Es ist aktueller denn je.
Das französische Lieblings-Antipasti basiert übrigens wie auch in Italien, Griechenland, Spanien sowie Portugal stark auf Knoblauch und Olivenöl.

Hoffer, Eric: Der Fanatiker. Eine Pathologie des Parteigängers. Hamburg: Rowohlt 1965.


http://en.wikipedia.org/wiki/Bristol_Stool_Scale