Der Gemeine Katzenpanda

Samstag

Nummer 17

Russland in die NATO!

In der spiegel-Ausgabe 10/2010 vom 08.03. wird eine interessante Debatte eröffnet: Der Beitritt Russlands zur NATO. Ich halte das nicht nur für eine hervorragende Idee, sondern auch für eine dringende Notwendigkeit und unterstütze das.
Ich habe dafür mehrere Gründe.

Erstens: Die Rohstoff-Frage.

Niemand wird in Abrede stellen, dass die nackte Import-Abhängigkeit der EU in Punkto Erdgas/Erdöl zu den Achillesfersen unserer schönen Vielvölkergemeinschaft zählt. Zunehmend virulent ist diese „Frage“ auch durch den erstarkten muslimischen Nationalismus geworden. Darunter verstehe ich eine Gemengelage, die sich aus mehreren Quellen speist und meistens mit einem „Anti-“ beginnt (Anti-Quellen, klingt sehr seltsam, wie trockenes Wasser): Anti-Semitismus, Anti-Okzidentalismus, Anti-Modernismus. Das Entstehen dieser Gegen-Strömungen in verschiedensten Weltgegenden wird Gegenstand weiterer Überlegungen sein. Resultat dessen ist die erhöhte Sicherheitsbedrohung in den Förderländern, die repressiv gegen die Bedrohung vorgehen sowie die geschrumpfte Versorgungssicherheit. 
Sollten, sagen wir, in Saudi-Arabien oder im Iran, Irak, in Kuwait oder in Venezuela, Mexiko, Nigeria, Libyen, Algerien, Indonesien, Katar oder Kasachstan Diktatoren, Extremisten oder Kleptokraten an die Macht kommen, oder, schon an der Macht sein, was auf 13 der 20 vorgenannten wichtigsten Erdöl/Erdgas-Exportstaaten zutrifft, kann niemand für eine lückenlose Versorgung mit Fossil-Energie garantieren. Bewiesen im sogenannten Gas-Krieg von- nein, Gas-Krise, also, Gas-Streit von 2006. Liebe Euphemismus-Mühle, vielen Dank! Wahrlich trägst du bei zur Klärung der Verhältnisse! Wir erinnern uns trotzdem: Russland dreht Europa mitten im schlimmsten Winter seit 1945 den Gashahn ab wegen eines Krämerstreits mit der Ukraine. Alarm im Westen! Ergebnis: Eine Verlautbarung der EU: Liebe Bürger! Keine Bange! Wir verfügen (zu Neujahr) über Reserven für weitere DREI (3) heiße Wochen!!! Sehr beruhigend. 
Beunruhigend: Warum haben die bösen, bösen Russen das wohl gemacht? Noch beunruhigender: Die mafiöse Regierung der Ukraine (u.a. Banker Juschtschenko, Gas-Lady Timoschenko, Schlapphut Turtschynow) und deren amerikanische Hintermänner. Diese Leute konnten mit Wohlwollen der OSZE eine Unzahl an Parteigründungen vornehmen. Diese Parteien fungierten quasi wie ein Unternehmen. Deren politischen Inhalte beschränkten sich meist auf den plakativen Namen, dessen Partikulär-Interesse sie öffentlich vertraten. Nepotismus-Parteien mit entsprechender Halbwertszeit. All das finanziert von der Stiftung des selbstlosen Spekulanten Soros.  Aber schön demokratisch, gell! 

Zweitens: Die offenkundigen strategischen Möglichkeiten.

Ich nenne nur ein paar Beispiele: Eine gemeinsame Landgrenze mit dem Problem-Staat und Exportgiganten Volksrepublik China, mit dem Öl-Staat Kasachstan und dem Schurken-Staat Nordkorea, sowie über Alaska (Hallöchen, Sarah Palin! Hier sind wir! Winke-Winke!) in die unmittelbare Nähe zum NATO-Boss und Schulden-Staat USA, sowie eine enge geographische Beziehung mit Japan und dem Kaukasus würde mäßigend auf alle Beteiligten wirken. Die EGF* kann -einer FBI-Spezialtruppe ähnlich- auch dort „für Ruhe und Ordnung“ sorgen, böse Buben einbuchten. 
Warum sollte das unmöglich sein? Wir kennen aus der jüngeren Geschichte einige erstaunliche Beispiele, wie aus einstigen erbitterten Feinden treue Verbündete werden können: Japan und die USA, Frankreich und Deutschland, USA und England- falls grundsätzliche Übereinstimmungen bestehen, ein gemeinsamer Feind existiert und beide davon wirtschaftlich profitieren. 

Drittens: Die Stabilität und Zusammenarbeit. Die Abkehr von der Bush-Doktrin drängt. Die US- Ausgrenzung von Schurkenstaaten á la „Achse des Bösen“ hat bisher nur die Solidarisierung ALLER Schurkenstaaten untereinander bewirkt, nicht aber deren Isolation. Nennen wir die Dinge doch beim Namen. Außerdem: von der NATO in die EU ist es meist nur ein kleiner Schritt und umgekehrt (wie im Falle Polens, des Baltikums, der Tschechei), was wiederum Rechtssicherheit bedeutet und somit ein Erstarken des Bürgersinns, der Demokratie - lauter Querschnitt- EU-Ziele fürs 21. Jahrhundert. Bis dahin sollte ein guter Teil von uns bereits erfolgreiche kleine Ego-Unternehmer geworden sein, verwaltet von Bürger-Beamten und beschützt von Bürger-Soldaten.
Die Neue Gewaltenteilung.
Espresso, Blinis, Sushi. 

Und zuletzt: Die offene Harmonie-Frage.
Was vereint uns Europäer eigentlich? Milchverträglichkeit, Christentum, Ablehnung der Todesstrafe.
Und sonst? Außer Humor, Alkohol, Omnivorismus; Asphaltstraßen, Heißwasser, Menschenrechte?  
Die unendliche Sehnsucht, endlich in Frieden und Sicherheit und Wohlstand vereint zu sein, von der Algarve bis zum Beringmeer, von Sizilien bis Island - eine große glückliche Völker-Nation, vermählt in der schönsten, in der universellen Sprache der Musik.


EGF Europe Gendarmerie Force, stationiert in Vicenza.

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